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Sina Dim Obi

Heilpraktikerin

 

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Um eine Vorstellung für die gegenseitigen Belastungen zu bekommen, wünsche ich Ihnen, sich auf folgende Informationen einzulassen....

 

Es ist unumgänglich, dass sowohl Eltern, Kinder, als auch ErzieherInnen und LehrerInnen nahezu täglich sich mit kaum berechenbaren Situationen, Emotionen, Befürchtungen, Sichtweisen und Körperreaktionen konfrontiert sehen, auf die es gilt, bestmöglich zu reagieren. Eine hohe Anforderung für alle Beteiligte.

 

In der Praxis erleben wir bereits bei Kleinkindern Stressreaktionen, die so individuell sind wie die Kinder selbst. Kindern fällt es besonders schwer, eine gut ausbalancierte Stresstoleranz zu entwickeln, denn auch „Entstressung“ muss gelehrt werden.

 

Wünschen wir den Kindern eine Entwicklung, die Gelassenheit, adäquate Konfliktbereitschaft, Konzentrationsfähigkeit, angemessene Frustrationstoleranz, individuell angemessenes Leistungsstreben, kompetente soziale Kontakte, Wahrnehmung eigener Grenzen und Mitgefühl beinhaltet, so ist es notwendig, den Nährboden dafür rechtzeitig zu bereiten.

Für die Kindergarten- und Schulzeit heißt das: Spaß am Leben, Lernen, Neugier für Herausforderungen und das Entdecken eigener Stärken – die Entwicklung der individuellen Zufriedenheit und Abgrenzungsfähigkeit!

 

Ich bin müde, kaputt, sauer, traurig, hab’ Bauchschmerzen und weiß nicht, was mit mir los ist...

 

Gestresste Kinder leiden unter vielfältigen leichten bis hin zu dramatischen Symptomen, die den Alltag teilweise massiv beeinflussen; auch den der Eltern und LehrerInnen. Überlastungen entsteht durch die Kumulation unterschiedlicher Anforderungen im privaten (Freizeit), familiären und schulischen, d.h. inter- und intrapsychischen Bereichen.

 

Durch die stete aber ungleichmäßige Reifung der Gehirnareale bei Kindern und Jugendlichen (bis ca. 21-23 Jahre), ist Stress entwicklungsbedingt vorprogrammiert und kommt sozusagen von innen, abgesehen von dem Stress, der zusätzlich von außen auf Kinder einwirkt. Besonders ausgeprägt ist der Stress im Rahmen der pubertären Reifung und der unterschiedlichen Anforderungen im Rahmen des Erwachsenwerdens.

Der Unterschied zwischen Erwachsenen und Kindern besteht in der Wahl unserer Handlungsalternativen. Kinder haben diese umfassende Wahl nicht. Reaktionen zeigen sich ggfs. nicht adäquat, nicht zielführend, nicht im Einklang mit den Bedürfnissen des Kindes selbst.

 

Häufig beobachten wir, dass Kinder sich „in sich selbst gefangen“ fühlen. Wird das wahrgenommen, zeigen sich individuelle Reaktionen von Anspannung, Trotz, Aggressivität, Unterwürfigkeit (Demut) oder „Verstummung“ bis hin zu „Frozen“, ein Zustand, der das emotionale Einfrieren beschreibt.

Meist haben Kinder, wie auch viel Erwachsene, die Sichtweise (übernommen) allein mit Befindlichkeiten fertig werden zu müssen. Häufig beobachtbare körperliche und psychische Beschwerden sind: Bauchschmerzen, Schlafstörungen, Essstörungen, unterschiedliche eindeutige und diffuse Ängste, Kopfschmerzen, Schwindel, Rückzug und Depression bis hin zu Todeswünschen.

 

 

Neurologische Zusammenhänge - Auswirkungen von Stress auf das Gehirn

 

Bereits eine einzige Stress-Situation reicht aus, um neu gebildete Nervenzellen im Gehirn absterben zu lassen. Auf diese Weise wird die Entstehung einer Depression „gefördert“, die mittlerweile die größte psychische Volkskrankheit in Deutschland darstellt.

 

 

Das Gehirn

 

Die Reifung des jugendlichen Gehirns geschieht nicht gleichmäßig. Es ist ein von hinten nach vornelaufender Prozess, der im Kleinhirn* beginnt und im Frontalhirn** (Stirnlappen) „endet“. Da der Stirn-lappen vor allem für Kommunikation, für die Planung von Handlungen und das Unterdrücken von Impulsen zuständig ist, ist Stress förmlich automatisch

(aus Wikipedia)vorprogrammiert.

 

Versinkt das Kinderzimmer also mal wieder im Chaos, muss nicht zwingend Faulheit oder „Aufsässigkeit“ die Ursache sein, sondern der Umbau von Nervenverbindungen im Gehirn oder neuronale Auswirkungen von Stress. Kinder und Jugendliche bewerten Situationen völlig anders als Erwachsene.

 

Einem Teil des limbischen Systems*** werden Aufgaben zugesprochen,

die mit der Entscheidungsfindung zu tun haben.

Unmittelbar vor dem Hippocampus liegt ein Kerngebiet,

welches zum limbischen System gerechnet und als

Mandelkern oder Amygdala bezeichnet wird.

In der „Amygdala“ sitzt das emotionale Gedächtnis, in dem

die Assoziationen und Bewertung von Gefühlen bzgl unterschiedliche

Situationen stattfindet und dem Frontalhirn als Information zur Verfügung

gestellt wird. Die Gefühle hierbei können sowohl positiv als auch negativ sein.

Besonders ausgeprägt sind Gefühle in Verbindung mit Bildern, Gerüchen,

Geräuschen und Geschmack. (aus Wikipedia)

 

Wird bspw. der Geruch von gebrannten Mandeln wahrgenommen, erinnern sich manchen freudig an Jahrmarktbesuche und entwickeln reflexartig innere Bilder als Repräsentanz der erlebten Ereignisse. Eine andere Person erlebt eine leidvolle Erinnerung, weil sie dort bspw. einen Zahn ausgebissen hatte und eine schmerzhafte Prozedur bei Zahnarzt erlebt hatte. So kann es sein, dass ein erwachsener Mensch den Jahrmarkt, das Mandelessen o.ä. meidet, aus dieser unverarbeiteten Erinnerung heraus. Die Assoziation zu beiden Ereignissen ist ähnlich lebhaft und „real“.

 

Leiden ist individuell, Freude, Leistung, Anforderung, Mut, Geschmack, Glück und Zufriedenheit etc. auch !

 

 

Fußnoten / Erklärungen:

 

* Das Kleinhirn erfüllt wichtige Aufgaben bei der Steuerung der Motorik: es ist zuständig für Koordination, Feinabstimmung, unbewusste Planung und das Erlernen von Bewegungsabläufen. Zudem wird ihm eine Rolle bei zahlreichen Prozessen der Wahrnehmung zugeschrieben.

** Eine späte Entwicklung des Frontallappens kann während des Entwicklungsprozesses zu Beeinträchtigungen folgender Bereiche führen: ungenügende Berücksichtigung von Handlungskonsequenzen, Haften an (irrelevanten) Details, mangelnde Abstimmung auf aktuelle Erfordernisse, ungenügende Regelbeachtung sowie Regelverstöße (z.B Sozialverhalten), Antriebsstörungen, Störungen von Gedächtnisleistung u. Aufmerksamkeit, Beeinträchtigung schlussfolgernden Denken u. der Klassifikationsleistungen

*** Das limbische System ist eine Funktionseinheit des Gehirns, das für die Verarbeitung von Emotionen und der Entstehung von Triebverhalten zuständig ist. Ihm werden auch intellektuelle Leistungen zugesprochen.